Rezension zu Die Rebellion von Laterre von Jessica Brody und Joanne Rendell

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag diesem Hinweis auf *Werbung*. Für diesen Beitrag werde ich nicht bezahlt und auch für keinen meiner anderen Beiträge.

Heute geht es um „Die Rebellion von Laterre“ von dem Autorinnen-Duo Jessica Brody und Joanne Rendell, erschienen im Knaur-Verlag. Auf diesen Roman war ich sehr neugierig, da er unter Anderem als „Les Misérables im Weltraum“ angepriesen wurde und ich die Geschichte von Vicor Hugo sehr mag. Außerdem habe ich vorab die Vorgeschichte „die Diebin von Laterre“ gelesen und bin so sehr neugierig auf den Roman geworden.Erstmals aufmerksam bin ich durch den Instagram-Account des Knaur-Verlags auf den Roman geworden. An dieser Stelle möchte ich mich beim Knaur-Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Cover und Gestaltung

Auf dem Cover prangt groß eine sogenannte „Fleur de Lys“, d.h. eine stilisierte goldene Lilie aus der Wappenkunde (Heraldik). Eine weitere Andeutung auf Frankreich, denn die Lillie wird oft mit Frankreich assoziiert, da es als Symbol für die französischen Monarchie galt. Außerdem sieht man zwei der drei Sonnen von Laterre auf dem Cover, die die Lillie umspielen. Die Lillie prangt auf einem schwarzen Untergrund, der die Dunkelheit des Universums darstellt.

Ich finde es ein wenig schade, dass es keine Karte gibt, da der Weltenaufbau sehr spannend und einmalig ist. Auch hat mir persönlich nicht so gut gefallen, dass die Kapitel mitten auf der Seite angefangen haben (siehe Bild unten), aber das ist denke ich Geschmacksache.

img_20191202_000112611.jpg

Klappentext

Sie sind die Kinder einer sterbenden Welt: Die Diebin Chatine, die jeden Tag in den schmutzigen Straßen ihres Heimat-Planeten Laterre ums Überleben kämpft; Marcellus, Offizier der Regierung und Sohn eines Verräters; und Alouette, die in einer unterirdischen Zuflucht lebt und sich nichts mehr wünscht, als herauszufinden, was ihr Vater vor ihr verbirgt. Als das Schicksal die drei zusammenführt, ist nur eines gewiss: Die Zukunft von Laterre wird von ihren Entscheidungen abhängen. Und davon, was sie zu opfern bereit sind: Liebe – oder Freiheit?

IMG_20191201_234150998

Welt 

Der Roman spielt auf Laterre, einem Planet im Sonnensytem „Systéme Divin“. Die Handlung spielt etwa 500 Jahre in der Zukunft: Die Menschen haben die Erde und unser Sonnensystem verlassen und sind ausgewandert. Seitdem wird die Zeit auch nach „NLT“ gemessen, nämlich „nach den letzten Tagen“.
Dieses neue Sonnensystem verfügt über drei Sonnen, die sogenannten „Sols“. Eine der drei Sonnen ist groß und weiß, die anderen beiden sind etwas kleiner und die eine blassblau und die andere rötlich-gold. Im Systéme Divin befinden sich zwölf Planeten, die laut den Chroniken des Schwesternordens, jeweils von mächtigen Familien besiedelt wurden. Die Familie Paresse besiedelte den Planeten Laterre. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, anhand der französischen Begriffe („divin“ = göttlich, „sols“ = Sonnen, „la terre“ = die Erde), scheint die Landessprache Französisch zu sein, weshalb auch die Assoziation mit „Les Misérables“ verstärkt wirkt. Ich spreche ein wenig Französisch, weshalb ich mir Vieles ableiten konnte (obwohl Ministré und Inspecteur ähnlich wie im Deutschen sind), aber hin- und wieder war es etwas verwirrend mit den französischen Begriffen. Zum Beispiel wird hin- und wieder von „Crocs“ und „Frets“ gesprochen. Ich habe mir nun zusammengereimt, dass „Crocs“ so etwas wie „Kriminelle“ bedeutet und „Frets“ die Straßen auf Laterre bezeichnet.
Die Gesellschaft auf Laterre ist eingeteilt in drei Schichten, den Ersten Etat, den Zweiter Etat und den Dritten Etat. Im Volksmund sagt man, dass der Erste Etat sich amüsiert, der Zweite regiert und der Dritte arbeitet. Der Erste Etat wohnt in der „Ledôme“, einer Biokuppel, die das Klima reguliert. Diese Kuppel befindet sich auf einem Hügel außerhalb der Hauptstadt  Hauptstadt Vallonay, in der die Diebin Chatine wohnt. Das Klima wird dort reguliert, da es sonst auf Laterre sehr viel regnet. Auch die „Bastille“, das legendäre Gefängnis in Frankreich, wird wieder zum Leben erweckt. Einer der Monde von Laterre heißt Bastille und dort befindet sich das gefürchtete Gefängnis.
Das Leben für den Dritten Etat, also die gemeine Bevölkerung ist furchtbar und die meisten können sich nur mit Kriminalität über Wasser halten. Allerdings erhalten die Bewohner von Laterre vom Ministerium auch eine Arbeitsstelle zugewiesen, bei der sie zu erscheinen haben. Viele arbeiten sich in den Fabriken fast zu Tode, um so ihre Himmelfahrtspunkte zu vermehren. Es gibt nämlich eine Art Lotterie, die es einem ermöglicht nach „Ledôme“ zu reisen. Hierfür muss man genügend Himmelfahrtspunkte sammeln und kann somit in der Lotterie ausgewählt werden, um dorthin ziehen zu dürfen. Mich hat dieses Konzept ein wenig an die Green-Card-Lotterie der USA erinnert. Beworben wird das Lotterie-Programm auf Laterre mit den Worten: „Ehrliche Arbeit für eine ehrliche Chance“.
Für Recht und Ordnung sorgt u.a. Inspecteur Limier mit seinen Policier-Androiden.

Charaktere

Eine der Hauptpersonen ist die Diebin, Chatine Renard, die auf der Straße auch als  Théo bekannt ist, da es als Junge für sie auf Laterre einfacher ist. Im Gegensatz zu ihrer älteren Schwester Azelle, die in einer Fabrik arbeitet, die „Téle-Haut“ herstellt, die allen Neugeborenen transplantiert wird, geht Chatine kaum zu der ihr vom Ministerium  zugewiesenen Arbeitsstelle. Während ihre Schwester systemtreu ist und hofft, dass sie eines Tages vom Zweitet Etat durch die Lotterie gerettet wird, ist Chatine um einiges verbitterter und verachtet das Ministerium. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer kriminellen Eltern und verdient sich als Diebin den Lebensunterhalt und arbeitet an einem Plan den Planeten zu verlassen.
Anders geht es Marcellus Bonnefaçon, dem zweiten Protagonisten. Marcellus ist der Enkel eines wichtigen Generals. Da sie zum zweiten Etat gehören, sind sie verhältnismäßig wohlhabend. Marcellus soll in die Fußstapfen seines Großvaters treten, allerdings plagen ihn Zweifel, denn sein Vater, Julien Bonnefaçon, starb als Verräter, der angeblich mit Rebellen im Bunde war. Alles was sein Vater hinterließ ist eine kryptische Nachricht, die im „Vergessenen Wort“ geschrieben wurde. Eine Sprache, die nicht mehr viele Menschen lesen können. Eine von ihnen ist die dritte Protagonistin Alouette Taureau, die im Refuge aufgewachsen ist, der Zuflucht des Schwesternordens. Dieser befindet sich unterirdisch unter Laterre. Hier nimmt Alouette an den Unterrichtsstunden der Nonnen teil, die u.a. beinhalten, das Essen in „Dankbarer Stille“ 25 Mal zu kauen, aber auch die Bücher der „Ersten Welt“ zu lesen. Denn die Schwestern sind die Beschützerinnen der Bücher der Ersten Welt und leben deshalb seit 143 Jahren abgeschieden vom Rest der Welt, da das Ministerium nichts von ihnen wissen darf. Mit Alouette leben u.a. noch die Ordensschwestern Muriel und Jacqui dort, von denen Letztere Alouettes Lieblingsschwester ist.  Außerdem anwesend ist Alouettes Vater Hugo Taureau, der jede Menge Geheimnisse hütet, u.a. woher die fünf silbernen Hubbel auf seinem Arm kommen.  Alouette wünscht sich auf Laterre zu wandeln und an der Oberfläche zu leben. Eines Tages beschließt sie das Refuge zu verlassen und trifft so auf Marcellus und Chatine. Was es mit Alouette noch auf sich hat, verrate ich an dieser Stelle nicht.
An dieser Stelle seien auch nochmal Inspecteur Limier und seine Policier-Androiden erwähnt, mit denen vor allem Théo, bzw. Chatine, bereits Kontakt hatte.

Meine Meinung 

Das Setting und die Idee gefallen mir sehr gut. Ich fand auch die Charaktere sehr interessant und habe mit ihnen mitgefiebert. Obwohl ich anfangs ein wenig Schwierigkeiten mit den französischen Worten hatte, fand ich es super, dass sie sich komplett durch den Verlauf der Geschichte gezogen haben und dass z.B. vom Ministré oder der Fabrique gesprochen wurde. Generell hat mir der Weltenaufbau sehr gut gefallen, denn ich fand die Idee mit dem System Divin sehr spannend und hoffe, dass wir in einer möglichen Fortsetzung vielleicht noch weitere Planeten des Systems kennenlernen, das fände ich sehr spannend. Parallelen zu Victor Hugos „Les Misérables“ sind auf jeden Fall deutlich erkennbar, aber auch Leser, die mit der Geschichte nicht vertraut sind, können „Die Rebellion von Laterre“ problemlos lesen und verstehen. Vielleicht sind sie somit an einigen Stellen auch ein wenig überraschter.
Dass die unausweichliche Revolution bevorsteht war absehbar und man fiebert ihr förmlich entgegen. Zwischenzeitlich gab es ein paar Passagen, die sich ein wenig gezogen haben, aber ansonsten fand ich den Erzählbogen sehr spannend.
Mir haben vor allem die Charaktere, vor allem die toughe Chantine und die behütete Alouette, gut gefallen. Natürlich wollte ich wissen, was es mit Alouette und ihrer geheimnisvollen Vergangenheit auf sich hatte und fand auch die ganze Geschichte rundum den Orden der Schwestern sehr spannend.
Natürlich ist die Geschichte Science-Fiction, da sie auf einem anderen Planeten spielt, allerdings wirkt sie trotz Androiden und Télé-Haut nicht zu „fiktiv“, da der Fokus doch auf der Gesellschaft und den Missständen im tristen Alltag auf Laterre liegt. Wer also eine ganz krasse Science-Fiction-Geschichte erwartet, sollte vorgewarnt sein. Ich würde dem Buch trotz zwischenzeitlicher Längen 5 von 5 Sternen geben, weil es doch einige Überraschungen parat hatte.

Über das Buch
Titel: Die Rebellion von Laterre
Originaltitel: Sky Without Stars
Autorinnen: Jessica Brody, Joanne Rendell
Übersetzt von: Carina Schnell
Erschienen am: 4.11.2019
Seitenzahl: 544
Gelesen als: Taschenbuch
Gelesen auf: Deutsch
Verlag: Knaur Verlag
Preis: 16,99 Euro (D)
ISBN: 978-3-426-52482-4
Link zum Buch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s