Rezension zu Ich bin Circe von Madeline Miller

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Aus diesem Grund kennzeichne ich diesen Beitrag diesem Hinweis auf *Werbung*. Für diesen Beitrag werde ich nicht bezahlt und auch für keinen meiner anderen Beiträge.

Ich interessiere mich für griechische Mythologie. In der Schule haben wir Ausschnitte aus der Ilias und der Odyssee gelesen und das hat mich immer sehr fasziniert. So sehr, dass ich mich auch später in der Uni weiter mit griechischer Mythologie beschäftigt habe und u.a. eine Vorlesung zu Ovids Metamorphosen besucht habe.
Als dann der Roman „Ich bin Circe“ oder „Circe“, wie der englische Originaltitel lautet,  erschienen ist und in Social Media sehr präsent war, war ich natürlich sofort interessiert. Als der Roman schließlich auf Deutsch erschienen ist, war ich sehr neugierig. Vor allem die Hörbuchfassung hat mich interessiert, da ich finde das Märchen und Mythen angenehme Geschichten zum Zuhören sind und deshalb wollte ich sie gerne erzählt hören, macht das Sinn für euch? An dieser Stelle möchte ich mich beim Bloggerportal und dem Random House Audioverlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Cover und Gestaltung

Das Cover fand ich sehr ansprechend. Auf der Vorderseite befindet sich auf einem schwarzen Hintergrund ein goldener Kopf, im „griechischen Stile“ gezeichnet. Darunter steht der Titel „Ich bin Circe“. Auch auf den zwei schwarzen CDs ist noch einmal das kleine goldene Gesicht vom Cover zu sehen, was ich sehr stimmig fand.
Ein bisschen schade fand ich, dass nirgendwo auf der Verpackung eine Übersicht der Kapitel zu finden war. In anderen Hörbüchern, die ich bisher gehört habe, war es manchmal so, dass die Tracks aufgelistet wurden und gesagt wurde, zu welchem Kapitel sie gehören. Das ist an sich nicht besonders schlimm, da ich es vor allem deswegen benutzt hätte, um auf Lovelybooks meinen Lesestatus zu aktualisieren, und von daher vermutlich eher für Buchblogger, die ihren Lesestatus updaten wollen unpraktisch ist als für „reguläre Leser“.

Klappentext

Circe, Tochter des Sonnengotts Helios, ist anders: Denn sie besitzt Zauberkräfte. Von ihrer Familie missachtet und von Zeus verbannt, führt sie ein zurückgezogenes Leben auf der Insel Aiaia unter wilden Tieren, die sie gezähmt hat. In der Abgeschiedenheit entwickelt sie ihre magischen Fähigkeiten weiter, bis sie sich wahrhaftig eine Hexe nennen kann. Doch sie bleibt nicht lange allein: Als Hermes, Daidalos, Odysseus, Iason, Medea und die mächtige Athene ihre Wege kreuzen, muss sich Circe die Frage stellen: Will sie zu den Göttern gehören oder zu den Sterblichen, die sie lieben gelernt hat?

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Welt und Charaktere 

Die Geschichte von Circe spielt in der Welt der mythologischen Götter und basiert selbstverständlich auf den Mythen. Doch, wer ist eigentlich Circe oder Kirke, wie sie auch oft geschrieben wird? Ich muss gestehen, dass ich zwar Medea, Odysseus und sogar Helios kannte, aber Circe habe ich erst durch den Roman kennengelernt.
Die Titanin Tethys war ihre Großmutter. Der Name könnte euch bekannt vorkommen, wenn ihr die Troja-Sage kennt, denn Tethys ist auch die Großmutter von Thetis, der Mutter von Achilles. Tethys war mit ihrem Bruder, dem Titanen und Meeresgott Okeanos verheiratet und eine deren zahlreicher Töchter war die Najade Perse. (Fragt mich nicht genau, was eine Najade ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es eine Art von Nymphe, nämlich eine Hüterin der Flüsse. Doch was der Unterschied zu den Nereïden ist, die ebenfalls Nyphen sind und zu denen wiederum Thetis gehört, kann ich euch nicht genau sagen.) Der Stammbaum der Titanen ist sehr verworren und wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, könnt ihr auf Wikipedia einiges dazu nachlesen.
Perse und der Sonnengott Helios, der ebenfalls ein Titan ist, sind Circes Eltern. Außerdem sind sie Eltern von ihren Geschwistern Aietes, König von Kolchis, Pasiphaë, Königin von Kreta und Perses.
Wer sich ein wenig mit griechischer Mythologie auskennt, wird auch hier einige Namen wieder erkennen, so handelt es sich bei Pasiphaë um die Mutter des Minotaurus, das Monster aus dem Labyrinth von Kreta, und bei Aietes um den Vater von Medea.

Schnell stellt sich heraus, dass Circe eine Pharmakis ist, eine Titanenhexe. Sie vermag mithilfe von Kräutern und Blättern Zauber zu vollbringen, sodass sie sowohl die Olympier (Zeus und die regulären Götter) als auch die Titanen (Helios und seine Verwandtschaft) fürchten, sodass sie auf eine Insel verbannt wird.
Den Weg Circes kreuzen zahlreiche Helden der griechischen Mythologie. Während sie beispielsweise auf Kreta weilt, um ihrer Schwester bei der Geburt des Minotaurus zu unterstützen, trifft sie auf Dädalus und Ikarus. Der Götterbote Hermes sowie der Held Odysseus machen auf ihrer Insel halt und auch Medea macht Circes Bekanntschaft. Ich würde sagen, dass man zumindest ein wenig Vorwissen über griechische Mythologie mitbringen sollte, um nicht von allen Namen und Figuren verwirrt zu sein, auch wenn alle Figuren nochmal vorgestellt werden.

Zum Großteil werden die Geschichten so erzählt, wie wir sie aus den Überlieferungen kennen, es gibt jedoch die eine oder andere Veränderung, beispielsweise ist es Circe in Madeline Millers Version der Geschehnisse, die die Verwandlung Glaukos herbeiführt.  Anders als in der Originalversion, in der Pasiphaë als Strafe für die Arroganz ihres Ehemanns, der sich weigert seinen schönen Stier den Göttern zu opfern, dem weißen Stier verfällt, paart sie sich in der Neuinterpretation der Geschehnisse wissentlich mit ihm, da sie um ihren Status als Hexe zu wahren mit ihren Geschwistern mithalten will und ein Monster erschaffen möchte.

Meine Meinung

Durch den Roman zieht sich der Konflikt zwischen Titanen und Olympern und ich fand es sehr spannend, dass Circe das ganze hinterfragt hat und somit den Gedanken ausgesprochen hat, den vermutlich jeder Mensch auch hat: Aber Zeus, ein Olymper und Vater der „Götter“ stammt doch selbst von Titanen ab – fließt nicht in ihnen allen das gleiche Blut? Das fand ich sehr spannend, denn Circe war eine Protagonistin, mit der man gut mitempfinden konnte.
Deshalb war es gerade am Anfang echt manchmal schwer zu lesen, wie schlecht die anderen Götter Circe behandelt haben. Wenn wir eins aus griechischer Mythologie gelernt haben, dann dass sie nicht immer fair ist. So findet sich Prometheus bis in alle Ewigkeit an einen Stein gefesselt wieder und lässt sich Tag für Tag die Leber aushacken und Circe verbringt ihr ewiges Leben ausgestoßen auf einer einsamen Insel. Teilweise fand ich es schwierig die Demütigungen Circes ertragen zu müssen, da sie gerade zu Beginn sehr naiv war und allen vertraut hat. Doch im Laufe der Geschichte und durch die Entdeckung ihrer Magie wandelt sich Circe und wird zu einer selbstbewussteren, mutigen – und doch guten Frau. Anders als ihre abscheuliche Schwester Pasiphaë, die schon zu Beginn des Romans unerträglich ist.
Mir hat diese Neuerzählung der griechischen Sagen aus der Sicht einer mir bis dahin relativ unbekannten Figur sehr gut gefallen und hat auch nochmal ein ganz anderes Licht auf die Geschehnisse geworfen. Hin- und wieder gab Szenen, wie z.B. als sie alleine auf der Insel ist, in denen einige Sachen wiederholt werden und die etwas lang gezogen wirken, aber alles in allem hat die Geschichte einen guten Erzählfluss mit stetem Eintreffen von Figuren.

Ann Vielhaben hat eine sehr angenehme Stimme und passt auch gut zu Circe, allerdings wird sie manchmal etwas laut beim Erzählen, wenn Charaktere beispielsweise andere rufen und sie plötzlich „Circe“ aus dem Lautsprecher donnert, obwohl der Charakter gerade eigentlich weder aufgebracht noch zornig ist. Das fand ich manchmal ein wenig irritierend, aber ansonsten fand ich ihre Stimme sehr angenehm und konnte ihr gut folgen. Wenn ihr Serien verfolgt, kennt ihr ihre Stimme vielleicht als Synchron-Sprecherin aus True Blood, für Jessica Hamby, oder Daredevil, wo sie die deutsche Stimme der Karen Page spricht.

Ich denke man sollte wie bereits gesagt ein gewisses Interesse und eventuell auch ein wenig Vorkenntnisse über die griechischen Götter mitbringen, damit man nicht jeden einzelnen Namen nachschlagen muss und auch einige Anspielungen versteht. Ich selbst musste beispielsweise auch nochmal einige Charaktere nachschlagen und mich daran erinnern, wer sie jetzt nochmal genau waren.
Mich hat das Abenteuer von Circe mitgerissen ich fand ihren Wachstum und die Entwicklung ihrer Kräfte interessant und spannend und würde das Hörbuch allen Fans von griechischer Mythologie oder generell Sagen und Märchen empfehlen oder solchen, die es werden wollen. Ich vergebe für „Ich bin Circe“ 5 von 5 Sternen.

Über das Hörbuch
Titel: Ich bin Circe
Originaltitel: Circe
Autorin: Madeline Miller
Gelesen von: Ann Vielhaben
Erschienen am: 02. September 2019
CDs: 2 (Laufzeit ca. 12h 15 min)
Verlag: randomhouse audio
Preis: 24,00 Euro (D)
ISBN: 978-3-8371-4723-0
Link zum Hörbuch

2 Gedanken zu „Rezension zu Ich bin Circe von Madeline Miller“

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